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Für die Auswahl einer privaten Krankenversicherung gibt es kein Patentrezept. Jeder Mensch wird Ihnen was anderes erzählen. Um eine PKV auszuwählen kann Folgendes Vorgehen sinnvoll sein:
1. Informationsbeschaffung
Holen Sie sich per Internet oder durch einen Anruf bei Maklern/versicherungen von möglichst vielen privaten Krankenversicherungen persönliche Angebote ein. Sie können ja auch den Versicherungsvertreter gleich bitten, mehrere Angebote zu übersenden, so dass mehrere Alternativszenarien durchgespielt werden. Dies führt zwar zwangsläufig dazu, dass Sie auf die verschiedensten Werbeverteiler gelangen und viele Vertreter abwimmeln müssen bzw. Werbepost erhalten. Diese Unannehmlichkeiten sollten Sie aber in Kauf nehmen. Surfen Sie auf den Seiten der privaten Karankenversicherungen und beschäftigen Sie sich mit dem Thema. Reden Sie mit Bekannten und Freunden darüber. Dies mag zwar banal klingen, aber so ermitteln Sie am besten, was Sie sich vorstellen und was realisierbar ist. Zur Informationsbeschaffung können auch Vergleichsrechner oder Beitragsrechner einzlener Versicherer hilfreich sein. Deren Ergebnis sollte aber nicht ohne weiteres übernommen werden.
2. Brainstorming Phase
Es geht nun darum herauszufinden, welchen Versicherungsschutz man/frau überhaupt wünscht. Das ist natürlich schwierig zu sagen, gerade für junge, gesunde Interessenten. Hier ist es lohnenswert, sich die Angebotspalette bzw. den Leistungsumfang mehrerer Versicherer mal anzuschauen. Was brauchen Sie wirklich? Der Versicherungsbedarf lässt sich grob in etwa wie folgt einteilen:
Arzt
Zahnarzt
Krankenhaus
Krankentagegeld (Lohnfortzahlung)
Pflegeversicherung
Beitragsvorsorge
Sonstiges
Jetzt helfen Ihnen eigeholte individuellen Angebote. Schauen Sie sich genau an, welche Leistungen ein- und welche ausgeschlossen sind. Was ist mit Brille, Zahnersatz, Kur, Chefarztbehandlung, Einzelbettzimmer, Psychoanalyse etc. Vor allem: Was meinen Sie, was aufgrund Ihrer persönlichen Situation wichtig ist. Wie hoch ist ggf. die Selbstbeteiligung für bestimmte Leistungen.
Nun sollte sich die Liste Ihrer Favoriten allmählich herauskristallisieren und ein engerer Kreis an möglichen privaten Krankenversicherungen gezogen werden.
3. Vorentscheidungsphase
Unter den dann in Frage kommenden Versichereren sollten Sie dann u.a. die sog. Beitragsstabilität zu prüfen. Wie oft hat welcher Versichererer in der Vergangenheit die Beiträge erhöht und um wieviel Prozent. Hier können Informationen über die Schadensquote der jeweiligen Versicherung oder deren Verwaltungsaufwand ein sehr guter Anhaltspunkt zur Abschätzung sein. Eine steigende Schadensquote oder steigende Verwaktungskosten können ein Indiz dafür sein, dass auch die Beiträge angehoben werden. Außerdem wäre es natürlich interessant etwas über den Kulanz- bzw. Servicefaktor zu erfahren. Schließlich hat niemand Lust, wenn dann mal was ist, sich auf ewig mit der Versicherung herumzuärgern. Aber dies dürfte wahrscheinlich eher eine Gefühlsentscheidung werden. Beratung kann gerade an dieser Stelle sehr weiterhelfen.
4. Entscheidung
Überstürzen Sie nichts! Sie haben alle Zeit der Welt. Fordern Sie, sofern noch nicht geschehen, von Ihren jetzigen Favoriten individuelle Angebote an.
Erst jetzt sollte der zu zahlende (anfängliche) Beitrag ins Spiel kommen. Vergessen Sie nicht, dass Sie Beiträge normalerweise ihr Leben lang werden zahlen müssen. Der anfängliche monatliche Beitrag ist daher für die Frage, ob eine günstige private Krankenversicherung vorliegt, ein äußerst kleiner Faktor. Viel wichtiger ist, ob dieser Beitrag auch stabil bleibt bzw. nur langsam ansteigt.
Um einen günstigen Vertrag zu erhalten können auch andere Gestaltungen gewählt werden:
Fast alle Versicherungen bieten in Verbindung mit einem Selbstbehalt Ermäßigungen an. Dies ist vor allem für Selbständige interessant, die ihren gesamten Krankenkassenbeitrag selbst bezahlen müssen. Für Angestellte Arbeitnehmer kann dies jedoch ungünstig sein, da der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge erstattet (sofern der theoretische Höchstsatz, wie er in der gesetzlichen Krankenversicherung gegeben wäre, nicht überschritten wird). Andererseits muss der Arbeitgeber nicht die Hälfte des Selbstbehalts dazuzahlen. Dadurch spart der Arbeitnehmer nur die Hälfte am Beitragsrabatt ein, muss aber uU einen Selbstbehalt komplett selbst finanzieren.
Im Übrigen existieren sog. Beitragsrückerstattungsprogramme, die von unterschiedlichen Voraussetzungen abhängen, meist Schadensfreiheit. Sie können aber auch von anderen Faktoren abhängen. Auch hier ist möglicherweise die Rückerstattung für einen Arbeitnehmer nicht so interessant, wenn er sie mit den Arbeitgeberanteilen verrechnen muss.
Schlafen Sie noch einmal ruhig darüber und entscheiden Sie dann. Und machen Sie sich nichts vor, es ist einfach auch eine Gefühlsentscheidung.
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