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Viele Deutsche wollen keine Gentechnik. Es reicht jedoch nicht aus, beispielsweise bei tierischen Lebensmitteln nach gentechnikfreier Ware zu fragen, nur noch Bioprodukte zu kaufen oder mühselig die Zutatenlisten nach gentechnischen Hinweisen zu durchforsten, meint die Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V. Zusammen mit dem Bündnis für Gentechnikfreie Landwirtschaft in Niedersachsen, Bremen und Hamburg setzt sie sich deshalb unter anderem für den Erhalt gentechnikfreier Nahrung und einer Schadenshaftung nach dem Verursacherprinzip ein. Es geht nicht an, so die Verbraucherschützer, dass Schäden durch Verunreinigungen aus einem Fond bezahlt werden sollen, in den auch Steuergelder fließen.
Mit einer Postkartenaktion, die sich an den niedersächsischen Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Hans-Heinrich Ehlen richtet, können Verbraucher diese Forderungen unterstützen. Die Postkarten sind in jeder Verbraucherberatungsstelle mit dem gelben Plakat „Keine Gentechnik auf unseren Äckern“ erhältlich. Sie ist auch online als E-Card verfügbar und kann per Email direkt an das Ministerium gesandt werden.
Dafür muss sich die Politik einsetzen: Um langfristig gentechnikfreie Produkte zu behalten, muss der Verunreinigung von Agrarprodukten vorgebeugt werden. Dabei kommt es auf eine getrennte Verarbeitung und den gesonderten Transport der Rohstoffe an. Auch müssen Landwirte gentechnikfreies Futter erkennen und beziehen können. Ferner sind konsequente Schutzmaßnahmen beim Anbau notwendig. Darüber hinaus sollen Landwirte ihren Verzicht auf gentechnisch verändertes Saatgut und Genfutter erklären, damit gentechnikfreie Gebiete ausgewiesen werden können, fordern die Verbraucherschützer. So könnte die Verunreinigung von Futter und Lebensmitteln unterhalb des Wertes 0,5 - 0,9 Prozent gehalten werden. Nähere Informationen unter www.faire-nachbarschaft.de.
Welche Folgen ein Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ohne Schutzmaßnahmen hat, zeigt das Beispiel Kanada: Dort, wo ca. 40 Prozent des Rapses gentechnisch verändert sind, gibt es praktisch keinen gentechnikfreien Rapshonig mehr. Nach Untersuchungen des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamtes Freiburg lag der Anteil an Pollen aus gentechnisch verändertem Raps bei 30 Prozent!
Quelle: Presseinfo der Verbraucherzentrale Niedersachsen 26.05.2004
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