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Derzeit flattern Verbrauchern immer mehr Angebote zu Inhaberschuldverschreibungen und Genussscheinen ins Haus, so zum Beispiel von einer DM Beteiligungen AG aus Düsseldorf oder der LebensRäume Hoyerswerda eG. Hohe Zinsversprechen erwecken dabei die Aufmerksamkeit. Sachsens Verbraucherschützer sehen darin eine neue Strategie des Grauen Kapitalmarktes und warnen vor Verlustrisiken.
Wenn bisher vom Grauen, also nicht staatlich überwachten Kapitalmarkt die Rede war, ging es bei dem Gros der Fälle um unternehmerische Beteiligungen in Form von stillen oder Genossenschaftsbeteiligungen. Warnungen der Verbraucherschützer, kritische Medienberichte und die Rechtsprechung der letzten Jahre haben dazu beigetragen, dass diese riskanten Geschäfte nicht mehr so gut laufen. Um ihren Kapitalbedarf zu decken, müssen sich die Anbieter etwas Neues einfallen lassen. Dabei entdecken immer mehr Gesellschaften die Möglichkeit, selbst Wertpapiere, also zum Beispiel Schuldverschreibungen oder Genussscheine herauszugeben.
Diese Eigenemissionen unterliegen analog den stillen oder Genossenschaftsbeteiligungen keiner wirksamen staatlichen Kontrolle. Es besteht nur eine gesetzliche Verpflichtung zur Herausgabe eines Verkaufsprospektes. Dieses muss zwar der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vorgelegt werden, doch schaut man dort nur auf Vollständigkeit formaler Aspekte. Eine inhaltliche Prüfung findet nicht statt. Zu einem ordnungsgemäßen Prospektinhalt gehört zum Beispiel eine ausführliche Darstellung der Risiken. Zudem muss der Vermittler in seiner Anlageberatung ehrlich und umfassend über die Verlustmöglichkeiten sprechen. Das Risiko für den Anleger besteht in erster Linie in der Bonität bzw. Zahlungsfähigkeit des Anbieters. Muss die Gesellschaft Insolvenz anmelden, werden die eigenen Wertpapiere fast immer vollständig wertlos. Für den Anleger bedeutet das im schlimmsten Fall den Totalverlust seines Geldes.
Wer mit Wertpapieren, wie Inhaberschuldverschreibungen und Genussscheinen nicht spekulieren will, sollte nach Meinung der sächsischen Verbraucherschützer Papiere von großen bekannten Wirtschaftsunternehmen mit einer erstklassischen Bonität und einem guten öffentlichen Ruf bevorzugen. In der Verbraucherzentrale Sachsen kann man sich über die verschiedenen Wertpapiere des staatlich kontrollierten wie auch des nicht überwachten Kapitalmarktes informieren lassen. Telefonberatung gibt es montags, mittwochs und donnerstags zwischen 10 und 16 Uhr unter der Nummer 0900-1-797777 (1,24 €/Min aus dem deutschen Festnetz).
Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen 22.01.2004
Verbraucherzentrale hält Empfehlung des Bayerischen Justizministeriums für wenig hilfreich.
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