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Sollte die für nächste Woche diskutierte stundenweise Unterbrechung der Stromversorgung von Privathaushalten Wirklichkeit werden, verstößt die Energie Baden-Württemberg (EnBW) nach Ansicht der Verbraucherzentrale gegen ihre vertraglichen Pflichten gegenüber Tarifkunden. Die Verbraucherschützer fordert die EnBW auf, ihre Verträge zu erfüllen und die Versorgung der Kunden rund um die Uhr sicher zu stellen.
Der Treppenlift bei Gehbehinderten funktioniert nicht mehr, moderne Telefone sind im Notfall nicht funktionsfähig, man bekommt sein Auto nicht aus der elektrisch sich öffnenden Garage - unverzichtbare Funktionen des Alltags wären von einer Stromabschaltung betroffen. Die derzeitige Diskussion über die Abschaltung des Stroms in Wohngebieten während der Spitzenlastzeiten belegt nach Ansicht von Evelyn Keßler, Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg die Kundenunfreundlichkeit der EnBW. „Im Verhältnis zu den Umsätzen, die während eines Jahres mit möglicherweise von Abschaltungen betroffenen Privatkunden gemacht werden, fallen die Mehrausgaben für über wenige Tage stundenweise zugekauften Spitzenlaststrom kaum ins Gewicht, auch wenn die Preise momentan sehr hoch erscheinen. Von wirtschaftlicher Unzumutbarkeit darf hier unseres Erachtens keine Rede sein. Solche Eventualitäten müssen Versorgungsunternehmen einkalkulieren.“
Dass es vorwiegend Atom- und Wasserkraftwerke sind, deren Leistung durch die lange Trockenheit zurück geht, sollte nach Ansicht von Keßler zum Anlass genommen werden, den wind- und sonnenerzeugten Stromanteil am Strommix kontinuierlich zu erhöhen. So sei nicht nachvollziehbar, dass der Bau neuer Windkraftanlagen im Land zunehmend erschwert wird.
Die Diskussion um die Versorgungssicherheit hat jedoch auch positive Aspekte: In den letzten Jahren ist das Interesse am Strom sparen gesunken -die Vielzahl von Akkuladestationen beispielsweise für schnurlose Telefone, Handys, Rasierer, Zahnbürsten, Minisauger etc. und Geräte, die rund um die Uhr in Stand-by Betriebsbereitschaft sind, haben in den letzten Jahren zunehmend zu den Stromrechnungen von Privathaushalten beigetragen. Schon aus Gründen de Umweltschutzes sollten Verbraucher ihren Stromverbrauch grundsätzlich überprüfen und Sparpotentiale aktivieren - die Energieberatung der Verbraucherzentrale hilft hier weiter.
Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale BaWü 14.08.2003
Verbraucherzentrale fordert geeignete Wettbewerbsregeln. Die Liberalisierung des Strommarktes hat die Lage der Privatkunden nicht verbessert...
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