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Ein langes Leben genießen und sogar 120 Jahre alt werden - mit diesem Versprechen wird im Versandhandel und der Direktwerbung für Produkte geworben, die OPC enthalten. OPC steht für die Stoffgruppe der Oligomere Proanthocyanidine, die zu den gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen gehören. Einzelne dieser Wirkstoffe in unnatürlich hohen Mengen einzunehmen, macht jedoch nach Auffassung der Verbraucher-Zentrale Niedersachsen (VZN) wenig Sinn. Vieles deutet darauf hin, dass nur im natürlichen Verbund mit anderen pflanzlichen Begleitstoffen die gewünschten Wirkungen erzielt werden. Einzeln oder in nicht natürlich vorkommender Kombination könnten sie anders wirken und schlimmstenfalls die Gesundheit schädigen - auch wenn sie aus Naturprodukten stammen. Das Sicherste ist der Verzehr von reichlich Obst und Gemüse. Am besten fünfmal am Tag.
OPC gehört zu den so genannten sekundären Pflanzenstoffen aus der Gruppe der Polyphenole. Sie sind wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkungen beispielsweise in Tee und Rotwein bekannt geworden. Hohe Anteile OPC befinden sich in der Rinde der weißen Mittelmeerkiefer sowie in Traubenkernen. In den Kapseln sind Extrakte aus Kiefernrinde oder Traubenkernen oder die Kerne selbst enthalten. OPC-Präparate sollen als besonders wirksamer Zellschutz gegen Alterungsprozesse aller Art wirken: Das Herz- und Kreislaufsystem schützen, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel regulieren, Rheumatismus, Magenstörungen und Muskelschmerzen lindern und bei Hautproblemen helfen. Ferner sollen sie die Sehfähigkeit verbessern, einen zusätzlichen Schutz vor Krebs bieten und sogar Karies vorbeugen.
In zahlreichen Studien an Zellkulturen und Tieren wird lediglich die antioxidative und gefäßschützende Wirkung von OPC belegt. Wenn Blutfette beispielsweise weniger oxidieren, könnten Fettablagerungen in den Gefäßen reduziert werden. Deshalb sind positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem möglich. Durch aussagekräftige Studien am Menschen werden die propagierten Wirkungen von Präparaten aus Traubenkernen oder Kiefernrinde bisher nicht belegt. Vermutlich werden diese Produkte deshalb auch als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arzneimittel angeboten.
Wer sich auf natürliche Art mit OPC und anderen gesundheitsfördernden Stoffen versorgen will, dem empfiehlt die VZN Produkte wie rote Weintrauben, grünen Tee, die vielen verschiedenen Beerenarten wie Brombeeren, Heidelbeeren etc., Rhabarber, Hagebutten, Auberginen, Gerste, Hirse, Knoblauch, aber auch Heilpflanzen wie Weißdorn, Wacholder, Ginseng und Teebaumöl.
Die Broschüre „Natur schmeckt bunt“ informiert ausführlich zum Thema Ernährung mit Obst und Gemüse und bietet zahlreiche Tipps und Rezeptideen. Die 32-seitige Broschüre gibt es kostenlos in allen Beratungsstellen der Verbraucher-Zentrale Niedersachsen.
Quelle: Presseinfo der Verbraucherzentrale Niedersachsen 15.07.2003










