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Täglich berichten Arbeit Suchende Verbraucher in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Brandenburg e. V. von vermeintlichen Jobangeboten, mit denen sie letztlich nur abgezockt wurden. „Besonders nutzen skrupellose Geschäftemacher den Umstand aus, dass die meisten Verbrauchern nur die 0190 oder 0900 als Mehrwertdienste-Rufnummern kennen,“ hebt Jurist Hartmut G. Müller hervor und erläutert, „Inzwischen gibt es eine Reihe anderer Nummern wie die 0137 und die 118**, auf deren Kosten nicht immer hingewiesen wird.“
Oftmals werde in Jobanzeigen eine gewöhnliche Telefonnummer angegeben und bei einem Anruf dann auf eine andere Nummer verwiesen, hinter der sich ein Mehrwertdienst verberge. Dort halte man dann die Arbeit Suchenden mit ausführlichen Fragen zum Werdegang und sogar dem Diktieren eines Bewerbungsschreibens möglichst lange hin. Meist erkennen die Betroffenen erst an ihrer Telefonrechnung, worum es bei dem Angebot tatsächlich ging.
„Hier wird ohnehin sozial Schwächeren noch das Geld aus der Tasche gezogen,“ verurteilt Verbraucherschützer Müller die Abzocke und rät: „Wenn für ein Jobangebot vorab in irgendeiner Form etwas zu zahlen ist, sollte man die Finger davon lassen!“ Vor einem Anruf sei deshalb immer genau zu prüfen, ob es sich nicht um eine Mehrwertdienste-Rufnummer handelt.
Abgezockt wird aber nicht nur per Telefon: Ein Zeitungsinserat in der Oderregion versprach Arbeit in den Bereichen Pflege und Reinigung; Interessenten sollten eine Handy-Nr. anrufen. Nach der Kontaktaufnahme erschienen zwei Herren, die letztlich einen Dienstleistungsvertrag einer niederländischen Firma mit Sitz „Postbus ...“ für die Stellensuche im Internet zur Unterschrift vorlegten - hierfür sollte der eigentlich Arbeit uchende 468 Euro netto für ein Jahr zahlen!
In neue Galaxien will offenbar der aus den USA kommende Strukturvertrieb ACN Network Marketing vorstoßen, der sich per Schneeballsystem rasant ausbreitet und - wie sollte es anders sein - zunächst eine „Eintrittsgebühr“ zwischen 500 und 650 Euro verlangt. Als selbstständiger Berater soll man dann Kunden zu Einsparungen bei Energiekosten, Telefonkosten etc. verhelfen. Der eigentliche Zweck scheint jedoch das Anwerben weiterer Vertriebsmitarbeiter zu sein: Für jeden Geworbenen gibt es bis zu 255 Euro Bonus. Wirbt ein Neukunde jeweils drei weitere Mitarbeiter, wären bereits in der 28. Stufe mehr als 11 Milliarden Menschen dabei - wenn es sie denn gäbe ... Dieses rechtswidrige Prinzip ist bereits von diversen Glücksspielen bekannt, die Tausende um ihr Geld brachten.
Quelle: Presseinfo der Verbraucherzentrale Brandenburg 02.10.2003
Arbeitsvermittlung unter verschleierter 0190-Nummer. Sachsens Verbraucherschützer forderten Überprüfung und Einleitung wirksamer Maßnahmen.
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