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Jobangebote in Tageszeitungen fallen besonders bei jenen Verbrauchern auf fruchtbaren Boden, die ohnehin schon sparsam haushalten müssen und deshalb ihr Budget gern aufbessern wollen. Auch Frau N. aus Cottbus reagierte deshalb auf die Zeitungsanzeige, die für eine selbstständige Beschäftigung als "Kurierfahrer / Pflegekräfte u. Einkaufshilfen und andere selbst. Tätigkeiten" immerhin 15 Euro/Std. versprach. Sofort rief die arbeitslose Küchenhilfe die angegebene Handynummer an und wurde zu einem Vorstellungsgespräch in ein Cottbusser Hotel eingeladen.
Nachdem zwei Herren die aufgeregte Frau fast zwei Stunden lang beredet hatten, unterschrieb sie in der Hoffnung auf eine der o. g. Beschäftigungen vertrauensseelig diverse Papiere, wahrscheinlich auch einen Wechsel, ohne ein Duplikat der unterzeichneten Verträge zu erhalten. Die eifrigen Herren baten auch gleich um Frau N.s Geldkarte, die sie eiligst durch das mitgeführte Kartenlesegerät zogen. Wenige Tage später flatterte ihr per Post eine "Auftragsbestätigung" der Firma Provega GmbH aus Magdeburg ins Haus, in der man ihr "ihre Mehrwertrufnummer 0190*" gegen eine Bereitstellungsgebühr von 200 Euro und monatliche Gebühren von 198 Euro mitteilte. Außerdem sollte sie diverse Geräte zur Ausübung der Tätigkeit erworben haben. Um welche Beschäftigung es sich eigentlich handelt, ist Frau N. bis heute nicht klar. Glasklar ist hingegen, dass die stolze Summe von ca. 400 Euro bereits abgebucht wurde. Man darf gespannt sein, wie mit den angekündigten Monatsraten umgegangen wird, wenn sich die Betroffene mit Hilfe der Verbraucherschützer aus dem Vertrag befreien wird.
Grundsätzlich erhärten diese Vorgänge abermals die eindringliche Warnung der Verbraucherschützer, weder ungelesen noch unter Druck Verträge zu unterzeichnen und für kein noch so lukrativ erscheinendes Arbeitsangebot Vorkasse zu leisten ! Überdies schließen seriöse Anbieter Arbeitsverträge in ihren Firmenräumen ab und bezahlen Schulungen und Materialien i. d. R. selbst.
Weitere Hinweise zu Prüfkriterien bei Arbeitsangeboten gibt’s in jeder Verbraucherberatungsstelle des Landes sowie am Service-Telefon 01907 / 712 91 (1,24 Euro = 2,42 DM je min) Mo, Di, Do, Fr von 9 bis 18 Uhr.
Quelle: Presseinfo der Verbraucherzentrale Brandenburg 17.01.2002
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