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"Monopoly" macht Spielertypen mit reichlich Spielgeld schnell zu Immobilienmillionären. Doch Finger weg, falls die Firma "Trend-System GmbH" mit Sitz in Neu Isenburg um einen realen finanziellen Einsatz buhlt! "Mitspieler des Immobiliengewinnspiels ‚Games without Frontiers’ zahlen ‚ohne Grenzen’ drauf, wenn ihnen von Freunden oder Zufallsbekanntschaften eine angeblich finanziell einträgliche Teilnahme an diesem dubiosen Glücksspiel schmackhaft gemacht wird", warnt die Verbraucher-Zentrale NRW vor einer neuen grassierenden Abzockmasche, die in ihren Spielelementen an das harmlose Brettspiel "Monopoly" erinnert. Hinter dem Spiel verbirgt sich jedoch ein so genanntes "Gewinnerwartungssystem", das bei einem Einsatz ab 200 Euro aufwärts einen steigenden Gewinn und sogar eine Immobilie im Wert bis zu einer Million Euro verheißt.
Die Spielregeln geben vor, dass sich mehrere Teilnehmer innerhalb einer so genannten "Systemimmobilie" zu einer "Spielgemeinschaft" zusammenfinden. Wer mitspielen will, steigt auf der untersten Stufe mit einem Einsatz von bis zu neun Steinen ("PINS") à 200 Euro ein und muss zusätzlich noch eine Bearbeitungsgebühr von 49,50 Euro pro "PIN" in das System einzahlen. Ein satter Geldgewinn sei angeblich dadurch gesichert, dass die Firma "Trend System" laufend weitere Spieler für das Spiel hinzugewinnt. Je mehr zahlende Spieler, desto eher rücken die Teilnehmer von der unteren Stufe "Reihenhaus" über die Stufen "Bungalow" und "Villa" bis in die Kategorie "Schloss" vor und kassieren von Stufe zu Stufe - auch "PUKS" genannt - einen Gewinn zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro pro Einsatzstein. Vorausgesetzt: Es finden sich genügend neue Mitspieler! Und nicht nur das ist der Haken: "Schon die Teilnahmebedingungen sind äußerst verwirrend und kompliziert. Das ganze Spiel ist mit seinen unpräzisen Angaben zu den Gewinnerwartungen völlig undurchsichtig und höchst fragwürdig", relativiert die Verbraucher-Zentrale NRW die Aussicht auf einträgliche Gewinne und rät, sich an dem Spiel mit "PINS" und "PUKS" nicht zu beteiligen. Auch auf die diffusen Teilnahmebedingungen des an das Spiel gekoppelten Immobilien-Quiz "Mon@y-Poly", das als zusätzlicher Köder fungiert, sollten Interessenten nicht hereinfallen.
Das Immobilienspiel funktioniert nach der bekannten Masche eines Schneeballsystems. Danach werden Gewinne nur fällig, wenn sich kontinuierlich immer mehr Teilnehmer finden, die sich für die Spielidee begeistern und ihre Beiträge erst einmal in das System einzahlen. Doch die Gewinnaussichten für die einzelnen Teilnehmer hält die Verbraucher-Zentrale NRW für sehr begrenzt: "Wer sich an diesem ‚Spiel ohne Grenzen’ beteiligt, muss damit rechnen, dass er nicht nur die in Aussicht gestellten Profite, sondern auch seine finanziellen Einsätze in den Wind schreiben kann. Auch wenn die ersten Teilnehmer noch (geringe) Gewinne erzielen, bereichert sich nur die Firma ‚Trend System’ grenzenlos am faulen System", warnen die Verbraucherschützer. Der geforderte Spieleinsatz von bis zu 1.800 Euro plus der verlangten Bearbeitungsgebühr von bis zu 445,50 Euro sowie das unrealistische Gewinnversprechen des Spielbetreibers sind laut Verbraucher-Zentrale NRW skandalös und sittenwidrig - auch wenn der Veranstalter in seinen Teilnahmebedingungen auf die finanziellen Verlustrisiken bei einer Spielbeteiligung hinweist.
Um eine weitere Verbreitung des Systemspiels zu unterbinden, hat die Verbraucher-Zentrale NRW bereits die zuständige Staatsanwaltschaft eingeschaltet. "Mitspieler, die bereits ihre Einsätze geleistet haben, sollten die eingezahlten Beträge umgehend vom Veranstalter zurückfordern", rät die Verbraucher-Zentrale NRW.
Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW 14.08.2003
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